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KAV Berlin bei den Berliner Wirtschaftsgesprächen

v.l.n.r. Prof. Dr. Ada Pellert, Julia Wendt, Antoinette Beckert, Maria Mikuszewski, Andreas Scholz-Fleischmann, Dr. Patricia Döring, Claudia Pfeiffer, Prof. Dr. Pakize Schuchert-Güler

Der Arbeitgeberverband stellt sein Cross-Mentoring-Programm als eine wirksame Methode der Fort- und Weiterbildung im Personalbereich vor
Wenn demografischer Wandel und Fachkräftemangel künftig die Arbeitswelt vor neue, vielleicht noch nicht umfassend einschätzbare Herausforderungen stellen werden, ist es klug, sich auf das firmeneigene Potenzial der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen zu konzentrieren, sein Personal zu fördern und so ans Unternehmen zu binden. „Cross-Mentoring als wirksame Methode der Fort- und Weiterbildung im Personalbereich“ war Thema bei den Berliner Wirtschaftsgesprächen im Februar.

KAV als Initiator eines erfolgreichen Cross-Mentoring-Programms

Rund 70 Interessenten waren gekommen.

Der KAV Berlin war eingeladen, um als Initiator seines erfolgreichen Cross-Mentoring-Programms zu berichten. Geschäftsführerin Claudia Pfeiffer stellte den Gästen Inhalte und Zielsetzung der Initiative vor. Als Diskussionsteilnehmer/innen auf dem Podium waren Prof. Dr. Ada Pellert, Präsidentin der Deutschen Universität für Weiterbildung, und Prof. Dr. Pakize Schuchert-Güler von der HWR Berlin als Vertreterinnen aus der Wissenschaft zu Gast, des Weiteren Andreas Scholz-Fleischmann, Berater und ehem. Vorstand Personal der BSR (Mitglied des KAV), Dr. Patricia Döring vom Deutschen Bauinstitut (DIBt) (Mitglied des KAV) sowie Julia Wendt und Maria Mikuszewski (beide BSR). Management Executive Coach Antoinette Beckert, Mitglied der Berliner Wirtschaftsgespräche, moderierte die Veranstaltung, die dieses Mal an der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin stattfand.

Das Resümee gleich vorweg: Im Cross-Mentoring als Personal- aber auch Persönlichkeitsentwicklungsinstrument steckt jede Menge Potenzial. Die Stimmen der Runde am Veranstaltungsabend waren außerordentlich positiv.  

Kern des Cross-Mentorings beim KAV Berlin: Interessenten aus den Mitgliedsunternehmen bewerben sich als Mentoren (erfahrene Kräfte) oder Mentees (Nachwuchskräfte). Auf freiwilliger Basis finden sie sich zu Tandems zusammen, die ein Jahr lang Probleme und Fragestellungen aus der Berufspraxis besprechen und bearbeiten. Das Ganze geschieht firmenübergreifend und innerhalb eines vertraulichen, selbst gestalteten Rahmens. 

In den Unternehmen machen vor allem Frauen mit

Andreas Scholz-Fleischmann, Dr. Patricia Döring

Als Dr. Patricia Döring (Verwaltungsleiterin beim DIBt und selbst Mentorin) innerhalb des Unternehmens nach Interessenten suchte, war sie überrascht: „Ich bin bei uns überall offene Türen eingerannt. Sofort sagten die Leute Ja.“ Obwohl es viel Arbeit bedeute, bringe es den Teilnehmern viel mitzumachen. 

Bisher haben sich bei den KAV-Mitgliedern vornehmlich Frauen davon angesprochen gefühlt.  Andreas Scholz-Fleischmann führte als Begründung an, dass Frauen für solche Programme insgesamt offener seien. Mit ihrem manchmal übersteigerten Selbstbewusstsein würden sich Männer den Weg oft selbst verbauen, einmal den Blickwinkel zu ändern. Gerade Frauen profitierten von dem Mentoring, so der ehemalige Personal-Vorstand der BSR. Sie würden auf diese Weise sehen, wie andere Personen Sprünge auf dem Berufsweg gemeistert hätten und dass man dazu kein Superheld zu sein brauche.

An den Hochschulen etwas andere Erfahrungen

Prof. Dr. Pakize Schuchert-Güler, Prof. Dr. Ada Pellert

Prof. Dr. Ada Pellert und Prof. Dr. Pakize Schuchert-Güler, die Erfahrungen mit Mentoring-Programmen an der Hochschule haben, berichteten von einer gegensätzlichen Erfahrung. Sie hätten erlebt, dass besonders die jungen Männer Interesse gezeigt und sich ganz gezielt beworben hätten. Die mit dem Fokus auf Cross-Cultural-Austausch angelegten Programme (Studierende treffen auf Erfahrene und das interkulturell) hätten den Männern nach eigenem Bekunden unter anderem geholfen, „endlich die Frauen zu verstehen“.

Die Kreuzung macht den Reiz aus

Mentorin Dr. Döring und Mentee Wendt berichteten über ihre Erfahrungen.

So wird deutlich, dass es eben genau jene Kreuzung ist, die den Reiz des Programms ausmacht. Andreas Scholz-Fleischmann habe, wie er erzählte, bereits vor Jahren versucht, ein solches Projekt im Unternehmen umzusetzen, doch die Menschen hätten Vorbehalte gehabt, sich zu öffnen und innerhalb derselben Firma sehr persönliche Dinge anzusprechen. Eine Sache, die betriebsübergreifend problemlos funktioniert! So zeigte sich Dr. Patricia Döring erstaunt, wie schnell sich ihr Mentee Julia Wendt innerhalb eines Dreiviertel Jahres entwickelt, wie sehr sie an Selbstbewusstsein gewonnen habe. Die Chance, dies zu beobachten, habe man im eigenen Unternehmen nicht, so die Verwaltungsleiterin, da man die Mitarbeiter täglich sehe.

Julia Wendt unterstrich, wie wichtig es sei, darauf zu setzen, dass sich die Tandems zu Beginn eigenständig finden würden, einfach auf Basis von Sympathie und ohne jeglichen Zwang. Julia Wendt weiter: „Für mich war das erste Treffen interessant. Wir haben uns in einem Café verabredet, sie hat mir gleich das Du angeboten. Es war eine total lockere Atmosphäre und man konnte über alles sprechen, und zwar auf Augenhöhe.“

Nutzen für beide Seiten

Aus Sicht der Mentorin Dr. Patricia Döring war es ebenfalls von Wert, in den Gesprächen noch einmal eigene Entscheidungen zu reflektieren. Außerdem schätze sie es, mit jemandem aus einer anderen Generation Themen auszutauschen und zu erfahren, wo die jungen Leute gerade stünden und diesen Prozess zu begleiten. 

Maria Mikuszewski, die innerhalb der Geschäftseinheit Fuhrparkmanagement bei der BSR für drei Monate die Geschäftseinheitenleitung übernommen hat, unterstrich die Besonderheit des Verhältnisses zu ihrem Mentor Helmut Sankowsky, Kanzler der Evangelischen Hochschule Berlin (EHB). Es habe von Anfang an eine sehr vertrauensvolle Zusammenarbeit gegeben, erzählte sie. Mittlerweile habe sich daraus sogar eine Art Freundschaft entwickelt.

Was hat eigentlich der Arbeitgeber davon?

Das Publikum beteiligte sich mit eigenen Wortbeiträgen.

Als im Auditorium im Laufe des Abends die Frage aufkam, was eigentlich der Arbeitgeber davon habe, brachte Andreas Scholz-Fleischmann den Nutzen des Cross-Mentorings auf den Punkt: Es sei ein Fakt, dass sich der Fokus der externen Bewerber stark verändert habe. Heute stehe das Thema Bezahlung an Platz 4 oder 5 für die Arbeitskräfte. Stattdessen gehe es zunehmend um Fragen wie „Was tut Ihr für Euer Personal? Wie steht es um die Work-Life-Balance? Wo bin ich in fünf Jahren?“ Daher böten derartige Programme konkrete Möglichkeiten für die persönliche Weiterentwicklung.

Veranstaltung mit Mehrwert

Management Executive Coach Antoinette Beckert moderierte die Veranstaltung.

KAV-Geschäftsführerin Claudia Pfeiffer zeigte sich mit der Veranstaltung äußerst zufrieden: „Es ist sehr erfreulich zu sehen, dass das Cross-Mentoring sich so großer Beliebtheit erfreut. An diesem Abend wurden die vielen Seiten des Projektes beleuchtet. Auch dank der zielführenden Moderation von Frau Beckert konnten wir noch einmal deutlich machen, welche Vorteile das Instrument in sich birgt.“ 

Das Cross-Mentoring-Programm des KAV Berlin geht übrigens im Mai in die dritte Runde. Hatten sich zum ersten Durchgang im Jahr 2013 noch drei Unternehmen beteiligt, sind es mittlerweile neun.

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