Startseite | Newsletter | Kontakt | Impressum/Datenschutz | Registrierung
Sie befinden sich hier: Start KAV Berlin > Arbeit 4.0 > Arbeitgebertagung "Die Öffentlichen 2025" > Wie werden wir 2025 arbeiten?


Wie werden wir 2025 arbeiten?

In einem Interview gab Thorben Albrecht, Staatssekretär im Bundesministerium für Arbeit und Soziales Einblick in die Impulse aus der Bundespolitik. Thorben Albrecht machte deutlich, dass die Bundesregierung die Digitalisierung möglichst umfassend betrachten wolle. Er halte die oft gehörte These vom Ende der Arbeit für nicht richtig.

Zutreffend sei aber, dass es erhebliche Veränderungen geben werde. Die Arbeitswelt der Zukunft werde bunter sein. Zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmern würden dabei neue Kompromisse ausgehandelt werden müssen. Um die passenden Antworten zu finden, müssten wir vieles zunächst ausprobieren. Dieser Ansatz stehe auch hinter dem im Weißbuch von Bundesarbeitsministerin Nahles gemachten Vorschlag der Experimentierräume. Wichtig seien außerdem Beratungsangebote für Unternehmen und Beschäftigte sowie Foren zum Austausch von Ideen wie z. B. die Initiative Neue Qualität der Arbeit

Nicht nur im BMAS selbst, alle Akteure in der Arbeitswelt werden noch viel zu tun haben, um die Digitalisierung zum Erfolg werden zu lassen. Im Weißbuch Arbeiten 4.0 wurde eigens ein „Leitbild einer guten Arbeit im digitalen Wandel“ skizziert. Dazu gehören beispielsweise ein gerechtes Einkommen, Entwicklungsmöglichkeiten, soziale Sicherheit, selbstbestimmte und gesunde Arbeit, sowie eine gute Unternehmens- und Führungskultur. Um dieses Leitbild mitzugestalten bedarf es einer Sozialpartnerschaft und die darauf gründende Fähigkeit zum Kompromiss zwischen Sicherheit und Flexibilität.

Neben Investitionen in digitale Infrastruktur müssen Arbeitgeber stärker in Beschäftigte investieren, in Qualifizierung und Weiterbildung. Betriebe müssen mehr tun, aber auch eine öffentliche Weiterbildungsoffensive und eine langfristige Weiterbildungsstrategie seien notwendig, erklärte der Staatssekretär.

Es soll vorausschauende Weiterbildung finanziert werden. Menschen sollen ermutigt werden, Entwicklungs- und Aufstiegschancen wahrzunehmen und ihre kreativen Potenziale verwirklichen.

Über eines sind sich alle einig, sagt Thorben Albrecht: Spätestens mit der Digitalisierung soll die Vereinbarung von Beruf und Privatem verbessert werden. Ein Mitarbeiter möchte um 17 Uhr in den Feierabend gehen, ein anderer würde abends, nachdem er das Kind aus der Kita abgeholt hat, noch an den PC gehen. Auf diese unterschiedlichen Modelle muss eine Antwort gefunden werden und sich auch die Führungskultur ändern. Es gehe dabei um wichtige Ziele, wie den Schutz vor Überforderung und Dauerbelastung durch Entgrenzung und ständige Erreichbarkeit. Aber auch den Respekt der Lebenswirklichkeit der Beschäftigten und den Wunsch nach mehr Selbstbestimmung und Zeitsouveränität. Dazu müssten mehr Kompromisse ausgehandelt werden.

Mittelfristig soll daher ein „Wahlarbeitszeitgesetz“ eingeführt werden, so Thorben Albrecht. Beschäftigte sollen mehr Wahloptionen erhalten, die Dauer ihrer Arbeitszeit entsprechend ihren Bedürfnissen anzupassen, und die Lage ihrer Arbeitszeit und den Ort der Arbeit mit ihrem Arbeitgeber erörtern zu können. Bundespolitisch vorgeschlagen wurden im Weißbuch 4.0 auch persönliche Erwerbstätigenkonten. Vorgesehen ist ein Guthaben, mit dem Zeit für Weiterbildung oder Gründungen finanziert werden.