Startseite | Newsletter | Kontakt | Impressum/Datenschutz | Registrierung
Sie befinden sich hier: Start KAV Berlin > Arbeit 4.0 > Digitalisierung im Blickpunkt

„Arbeitgeber befähigen, selbst aktiv zu werden“

Doreen Molnár, Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS), Quelle: privat

Wie kann Personalarbeit 4.0, Wissensmanagement und Weiterbildung der Mitarbeiter im digitalen Zeitalter aussehen? Dieser Frage ging die Veranstaltung des KAV Berlin „Die Öffentlichen Arbeitgeber 4.0 – Personalarbeit“ nach. Einen wichtigen Input zu der Veranstaltung gab Doreen Molnár vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS). Sie stellte den Teilnehmern Gestaltungsaufgaben für die Personalarbeit sowie Angebote der Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA) vor. Welche Unterstützung Arbeitgeber vom Bund in Anspruch nehmen können, fragten wir bei der verantwortlichen Referentin für den öffentlichen Sektor im Referat Digitalisierung und Arbeitswelt des BMAS nach. 


Frau Molnár, Sie sind beim BMAS auch für öffentliche Arbeitgeber zuständig. Wie weit sind diese nach Ihrer Einschätzungen beim Thema Personalarbeit 4.0?

Ihre Mitglieder haben sich bereits auf den Weg in die Arbeitswelt 4.0 gemacht. Sie sind selbst Akteure im Prozess des Wandels und treiben ihn mit voran. Deutlich wurde das unter anderem auf Ihrer Arbeitgebertagung „Die Öffentlichen 2025 – Neues Arbeiten für Berlin“ im letzten Jahr. Die Beiträge von Vertretern Ihrer Mitgliedsunternehmen zeigen sehr eindrucksvoll, wie sie in Berlin den Herausforderungen einer Arbeitswelt 4.0. gerecht werden. Das ist beispielhaft. 


Es gibt eine Vielzahl von online-guides und Hilfestellungen für Arbeitgeber rund um das Thema 4.0. Die Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA) bietet ebenfalls Serviceleistungen an. Welche sind das?

Die Initiative Neue Qualität der Arbeit - kurz INQA - bietet mehr als Serviceleistungen, sie bietet Wissen, Unterstützung, Innovationen aus den Förderprojekten sowie wertvolle Impulse aus der betrieblichen Praxis. INQA adressiert die vier zentralen personalpolitischen Handlungsfelder: Führung, Chancengleichheit & Diversity, Gesundheit sowie Wissen & Kompetenz. Entlang dieser Handlungsfelder hält die Initiative eine Reihe von Angeboten bereit, die den Gestaltungsaufgaben aus Digitalisierung, demografischem Wandel und Wertewandel Rechnung tragen. Dazu gehören konkrete Beratungs- und Informationsangebote, Beiträge auf Kongressen, Tagungen usw., INQA-Checks zur Selbstbewertung, Handlungshilfen zu allen personalpolitischen Handlungsfeldern, vielfältige Austauschmöglichkeiten in Unternehmens- und Branchennetzwerken sowie die Förderung von Projekten. www.inqa.de, https://www.inqa.de/DE/Angebote/Bestandsaufnahme-Handlungshilfen/inhalt.htmlhttp://psyga.info/

Mit einer umfangreichen Sammlung von Praxisbeispielen rund um die Themenfelder zu Arbeiten 4.0 können Arbeitgeber, Führungskräfte und Beschäftigten von den Erfahrungen anderer Organisationen profitieren und wichtige Impulse für die eigene Personalarbeit erhalten. www.inqa.de/DE/Angebote/Oeffentlicher-Sektor/ Praxisbeispiele/inhalt.html, https://www.inqa.de/DE/Angebote/Top-100-Impulse-aus-der-Praxis/inhalt.html


Worin liegt der Vorteil für Arbeitgeber, die Angebote von INQA in Anspruch zu nehmen?

Attraktive Arbeitsbedingungen sowie eine moderne Arbeitskultur und Personalpolitik sind heute mehr denn je ein Schlüssel für innovative und erfolgreiche Arbeitgeber und bilden die Grundlage für Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit sowie für die Sicherung der Fachkräftebasis in Deutschland. Für diese Zielsetzungen engagiert sich INQA, dafür stehen die vielfältigen Angebote. 

Als unabhängiges Netzwerk wurde INQA vom BMAS ins Leben gerufen. Bund, Länder und kommunale Spitzenverbände, Arbeitgebervereinigungen und Kammern, Gewerkschaften, Unternehmen und Verwaltungen, die Bundesagentur für Arbeit sowie Sozialversicherungsträger und Stiftungen arbeiten gemeinsam an Ideen, Handlungshilfen und Instrumenten, die die Qualität der Arbeit in Deutschland stärken. Alle Angebote der Initiative sind sozialpartnerschaftlich getragen, darin liegt ein wesentlicher Vorteil für Arbeitgeber.

Ein weiterer Vorteil: INQA begleitet Arbeitgeber dabei, die eigene Personalarbeit fit für den Arbeitsmarkt der Zukunft zu machen. Eine Verbesserung der Qualität der Arbeit, die Arbeitgebern und Beschäftigten nutzt, genau dafür steht INQA. Neben den technologischen Aspekten der Digitalisierung spielen vor allem Personalfragen eine entscheidende Rolle. INQA bietet dafür Wissen und Erfahrungen verschiedenster Akteure - nutzbar für eine Arbeitswelt, bei der die Menschen im Mittelpunkt stehen. 

 

Ein weiteres Angebot des BMAS sind die sogenannten Experimentierräume. Auch KAV-Mitglieder stellen hier best-practice im Bereich Arbeit 4.0 vor. Was genau sind die Experimentierräume?

Experimentierräume stellen für uns eine Möglichkeit dar, neue personal- und beschäftigungspolitische Ansätze zu erproben und auf den Weg zu bringen. Das BMAS bietet unter dem INQA-Dach eine Online-Plattform für Lern- und Experimentierräume an. Dort können Unternehmen und Organisationen des öffentlichen Sektors ihre innovativen Ansätze darstellen. 

Das sind zum Beispiel neue Arbeitszeitmodelle, innovative Formen von Vernetzung, Zusammenarbeit, Führung und Beteiligung, neue Arbeits- und Kreativräume, Denklabore oder Co-working Projekte, digitale Wege für Weiterbildung und Wissenstransfer oder der Einsatz technischer Assistenzsysteme zur Gesundheitsprävention. Arbeitgeber können sich hier über innovative Projekte informieren, sich vernetzen, austauschen und voneinander lernen. www.experimentierräume.de  
Auf dieser Plattform können auch öffentliche Arbeitgeber ihren Experimentierraum präsentieren. Die Berliner Verkehrsbetriebe, die Berliner Stadtreinigung oder auch die Berliner Wasserbetriebe sind hier bereits sehr aktiv und wir freuen uns über weitere interessierte öffentliche Arbeitgeber, die als Impulsgeber fungieren wollen.


Das BMAS unterstützt kleine und mittlere Unternehmen mit dem ESF-Förderprogramm unternehmensWert:Mensch plus dabei, die digitale Transformation in ihrem Betrieb innovativ zu gestalten. Wie genau sieht hier die Förderung aus?

Konkret fördert das Programm unternehmensWert:Mensch plus (uWM plus) kleine und mittlere Unternehmen (KMU) mit weniger als 250 Beschäftigten, um die Gestaltung der digitalen Transformation in Lern- und Experimentierräumen zu erproben. Praktisch ist es ein Arbeiten 4.0-Sofortprogramm für KMU. Gefördert werden Beratungsleistungen, bei denen es um personalpolitische und arbeitsorganisatorische Innovationsprozesse im Zusammenhang mit der Digitalisierung im Betrieb geht. Die Innovationsprozesse sind von Beginn an beteiligungsorientiert. Die Förderung umfasst maximal 10-12 Beratungstage, die Förderquote beträgt 80 Prozent, d.h. 20 Prozent des förderfähigen Beratungshonorars müssen Unternehmen als Eigenanteil aufbringen. www.unternehmens-wert-mensch.de/uwm-plus/ uebersicht/

Gibt es weitere Pläne und Serviceleistungen oder weitere Projekte im Bereich Personalarbeit 4.0 des BMAS?

INQA setzt darauf, Arbeitgeber zu befähigen, selbst aktiv zu werden, die Themenfelder, die sich aus dem großen Spektrum Arbeiten 4.0 ergeben ganzheitlich zu adressieren, Veränderungsprozesse beteiligungsorientiert zu initiieren und umzusetzen. Eines der wichtigsten INQA-Beratungsangebote dazu ist das Audit „Zukunftsfähige Unternehmenskultur“. Ziel des Audits ist es, Arbeitgeber dabei zu unterstützen, eine zukunftsorientierte Unternehmenskultur zu schaffen und damit den Wandel der Arbeitswelt erfolgreich zu bewältigen. www.inqa-audit.de.


Der KAV Berlin hat mit „Die Öffentlichen Arbeitgeber 4.0“ eine Veranstaltungsreihe ins Leben gerufen, um gemeinsam mit Mitgliedern und Experten über neueste Entwicklungen praxisnah zu diskutieren. Wie finden Sie diesen Austausch? Gibt es den auch mit anderen Arbeitgeberverbänden?

Mit Ihrer Veranstaltungsreihe bieten Sie als Arbeitgeberverband hervorragende Anlässe, um niederschwellige Diskussionen zu den Themen Digitalisierung und Personalarbeit 4.0 zu führen und den Austausch und das Netzwerken innerhalb ihres Mitgliederkreises und auch mit Experten zu fördern. Andere Arbeitgeberverbände bieten ihren Mitgliedsunternehmen ähnliche Plattformen und Serviceleistungen, um die Gestaltungsaufgaben aus Arbeiten 4.0 zu diskutieren und gute Lösungen für Arbeitgeber und Beschäftigten zu fördern. So haben z.B. die Chemie-Arbeitgeber die ‚Toolbox Arbeiten 4.0‘ entwickelt, ein Instrumentenkasten, der vor allem mittelständische Unternehmen dabei unterstützt, die Arbeitswelt von morgen zu gestalten. 

Neben den Serviceleistungen und Austauschplattformen der Arbeitgeberverbände spielen sozialpartnerschaftliche Initiativen eine immer größere Rolle. Der Bundesarbeitgeberverband Chemie (BAVC) hat z.B. gemeinsam mit der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) den Dialogprozess WORK@industry 4.0 ins Leben gerufen, in dem an sozialpartnerschaftlichen Lösungen für die Chemie-Arbeitswelt gearbeitet wird. Eine weitere sozialpartnerschaftliche Initiative im Kontext Wandel der Arbeitswelt hat der Bundesarbeitgeberverband BAGV Glas und Solar gestartet. 

Mit einer Sozialpartnererklärung „Arbeitswelt Glas – zukunftsfähig gestalten“ wurden gemeinsam mit der IG BCE Handlungsfelder definiert und für die konkrete betriebliche Umsetzung eine Kooperation mit INQA fest vereinbart. Mitgliedsunternehmen werden dabei unterstützt, die INQA-Angebote wie das INQA-Audit, uWM plus, die INQA-Checks oder auch die Angebote zur psychischen Gesundheit am Arbeitsplatz gezielt zu nutzen. 

Der Arbeitgeberverband der Deutschen Kautschukindustrie (ADK) hat die Entwicklung seiner Mitgliedsbetriebe bereits in den vergangenen Jahren durch spezielle Beratungen gefördert. In diesem und den nächsten Jahren konzentriert er sich auf eine Zukunftsfähige Unternehmenskultur: „Das INQA-Audit macht Unternehmen fit für die Herausforderungen aus demografischem und digitalem Wandel. Der ADK unterstützt das Audit nicht nur ideell, sondern fördert es auch durch Zuschüsse zu den Kosten“, erläutert Lutz Stratmann, Geschäftsführer der Demografieagentur.
 

Diese Webseite nutzt Cookies

Unsere Website setzt Cookies ein, um unser Angebot nutzerfreundlicher, effektiver und sicherer zu machen. Mit der weiteren Nutzung unserer Dienste stimmen Sie der Verwendung von Cookies und der damit verbundenen Verwendung Ihrer personenbezogenen Daten zu. Weitere Informationen zu Cookies erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung