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Kein Kaffeeplausch

Ein Jahr lang traf sich das Tandem Marina Reißaus, Diplomingenieurin für Informationstechnik bei den Berliner Wasserbetrieben, und Literaturwissenschaftlerin Theresa Brehm aus dem Bereich Kultur & Internationales  des Studentenwerks Berlin.

 

Zum ersten Treffen verabredeten sich die beiden CMP-Tandem-Fahrerinnen vor dem Amazonen-Denkmal im Tiergarten. Geschlechtsspezifische Herausforderungen, als Frau Karriere machen, Kinderziehung und Beruf vereinbaren, das waren Themen, die die Mentee Theresa Brehm brennend interessierten. Bei fast jedem Treffen gingen Mentee und Mentorin spazieren und aßen Kuchen. Statt Kaffeeplausch stieg das Mentoring-Duo tief in die Materie ein. Bald weitete sich der Blick auf Themen wie den Umgang mit komplexen beruflichen Situationen und Führungsstrategien. Marina Reißaus brachte ihre Tandempartnerin dank ihrer langjährigen Führungserfahrung und ihrer Coaching-Ausbildung oft dazu, Situationen aus ganz unterschiedlichen Perspektiven zu betrachten. Dabei verstanden sie sich persönlich so gut, dass sie sich auch nach Ende des Programmes noch regelmäßig treffen.

 

Weibliches Rollenvorbild 

Was macht das Crossmentoring-Programm so interessant? Rückblickend auf ein Jahr als Tandem zogen die beiden Teilnehmerinnen Bilanz: „Ich konnte eigene Erfahrungen und Tipps weitergeben und direkt sehen, ob und wie sie helfen. Darüber hinaus habe ich andere Unternehmen und ihre jeweilige Kultur kennengelernt.“, erzählt die Mentorin Marina Reißaus. Interessant war für sie auch die Bestätigung, dass junge Menschen andere Prioritäten setzen. „Durch den Austausch über unterschiedliche persönliche Entwicklungsthemen hinterfrage ich auch für mich selbst manche Entscheidungen.“, so die Mentorin. 

Auf humorvolle Weise habe sie gelernt, eine Situation aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten, berichtet die Mentee Theresa Brehm. Sie habe die Frage der Mentorin „Muss das wirklich so sein?“ verinnerlicht und gelernt, dass es in jeder Situation verschiedene Optionen und Möglichkeiten gibt, die jeweilige Situation aktiv zu gestalten. „Ich fand es spannend und bereichernd zu sehen, wie Frau Reißaus unterschiedliche Lebensfelder so gut miteinander kombinieren kann. Führungskraft, Mutter dreier Kinder zu sein und neben der Arbeit noch eine Ausbildung als Coach zu machen – auch davon habe ich sicherlich profitiert!“, so Theresa Brehm. „Als weibliches Rollenvorbild fand ich das sehr spannend“, lautet dabei ihr Credo.

 

Flur-Funk bleibt außen vor 

Beim Cross-Mentoring unter dem Dach des KAV kommen die Tandempartner aus unterschiedlichen Unternehmen. Hierin liegt auch ein Vorteil des Programms: Mentee und Mentor sind nicht weisungsbefugt und haben keinen persönlichen Bezug zum Arbeitsumfeld des Tandempartners. Für Marina Reißaus und Theresa Brehm ein klares Plus. „Ich weiß nicht, ob die Gespräche innerhalb eines Unternehmens genauso offen und vertrauensvoll gelaufen wären. Die Vertrauensbildung ging dadurch möglicherweise schneller.“, so die Mentorin. Ähnlich sieht es auch die Mentee: „Flur-Funk blieb außen vor. Durch die Zugehörigkeit zu unterschiedlichen Branchen gab es keine Fachdispute, das war gut für das Mentoring und die persönliche Entwicklung.“

 

Offenes Feedback bei den Treffen

In der Regel traf sich das Tandem regelmäßig einmal im Monat drei Stunden am frühen Abend und immer an verschiedenen Orten. Trotz der lockeren Atmosphäre der Zusammentreffen in Restaurants oder Cafés, teilweise auch im Tiergarten, liefen die Gespräche zwischen den Tandempartnerinnen sehr strukturiert ab. Zuerst besprachen die beiden Frauen noch einmal rückblickend die Themen des letzten Treffens. Entweder vertieften sie diese dann oder sie wechselten zu akut anstehenden Fragen. Wichtig war dabei die Offenheit. Marina Reißaus betont: „Wir haben uns offen Feedback gegeben. Über das Jahr hinweg haben wir eine sehr tiefe Vertrauensbasis zueinander entwickelt.“

 

Weitere Treffen geplant 

Nach weiteren Treffen nach Programmende gefragt, antworten beide Frauen unisono „Ja, wir bleiben weiter in Kontakt.“ Die Frequenz der Treffen? Marina Reißaus schlägt vor: „6-8 Wochen?“. Den Ablauf der Treffen gestaltet das Tandempaar ähnlich wie gehabt, zusätzlich mit 10 Minuten am Anfang und am Ende für Planung und Feedback.

 

Interessante Zusatzangebote 

Der KAV Berlin bietet rund um das Cross-Mentoring weitere programmspezifische Zusatzangebote wie beispielsweise Betriebsbesichtigungen, Stammtische, oder einen eigenen Internetbereich exklusiv für die Teilnehmer an. An den Betriebsbesichtigungen der teilnehmenden Mitgliedsunternehmen hatten beide großes Interesse. „Wenn es zeitlich für mich einzurichten ging, habe ich sehr gern an einigen Betriebsbesichtigungen teilgenommen. Z.B. an der Besichtigung des Stadtbades in der Gartenstraße oder auch des Abwasserpumpwerkes in der Rudolfstraße. Ein großes Dankeschön an die Organisatoren: Bei diesen Besichtigungen haben wir viel sehen, hören und erfahren können und waren an Stellen, die einem sonst verborgen bleiben. Außerdem war auch jedes Mal ganz liebevoll für das leibliche Wohl gesorgt worden.“, berichtet Marina Reißaus.

 

Das Netzwerken förderte ein spezieller Mentoren-Stammtisch, an dem die Mentorin ebenfalls teilnahm. Bei den Mentees gab es in diesem Durchlauf einen Austausch zwischen Kommunikationsmitarbeitern erzählt Theresa Brehm: „Schön fand ich den Austausch zwischen den Kommunikations-Mentees. Ich wünsche mir, diesen Austausch fortzusetzen. Er war sehr fruchtbar. Ich konnte unterschiedliche fachliche Unternehmensperspektiven kennenlernen und möchte die Initiative ergreifen und ein neues Treffen organisieren.“

Vor kurzem wurde ein neues online-Angebot für die Programmteilnehmer lanciert. Seitdem nutzt vor allem Marina Reißaus, „Wiederholungstäterin“ im Cross-Mentoring-Programm 2016/17, dieses Angebot und findet es „sehr gut, übersichtlich und interessant.“

 

Der Weg ist das Ziel 

Gibt es ein ideales Mentoring? Oder hängt es von den Persönlichkeiten ab, die aufeinander treffen? Sicherlich liegt das Ergebnis in der Mitte. Das Cross-Mentoring gibt einen Rahmen, aber kein festes Konzept für die Tandemtreffen vor. Für die beiden Frauen kein Problem. Was würden die Beiden neuen Programmteilnehmern als Ratschlag mit auf den Weg geben? Die Mentee Theresa Brehm sagt: „Der Weg ist das Ziel! Mein Blick hat sich geweitet und ich hab gelernt, die Dinge anders zu bewerten und damit umzugehen.“ Und weiter: „Gut, dass ich mich bei meiner Mentorinnen-Wahl auf mein Bauchgefühl verlassen habe.“ Für die Mentorin Marina Reißaus war vor allem die unterschiedliche Fachlichkeit ein Vorteil: „Was wir am Anfang für einen möglichen Nachteil gehalten hatten, war für unser Tandem ein sehr großer Vorteil: unsere höchst unterschiedliche Fachlichkeit. Das hat uns davor bewahrt, unsere Zeit mit Fachdiskussionen zu verbringen. So haben wir uns voll und ganz auf die persönliche Entwicklung und das Mentoring im eigentlichen Sinne konzentrieren können.“ 

Die Art und Weise des Mentorings ist von den beiden Persönlichkeiten des Tandems abhängig, sagt Marina Reißaus: „Es gibt keine ideale Struktur, keine Blaupause. Es muss zu beiden passen. Alles ist in Ordnung, wenn es hilft.“ „Für die strukturierten Typen und ein Fazit am Ende des Programmes hilft es in der Tat, sich gemeinsam am Anfang des Programmjahres ein oder mehrere Ziel/e zu erarbeiten. Dann kann man am Ende des Programmes konkret einschätzen, was das Jahr gebracht hat.“, gibt die erfahrene Mentorin noch mit auf den Weg.

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