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Konferenz zur Reservierungsquote

KAV Berlin / Manuela Köhler

"Wir haben es nicht geschafft, so viele Frauen in Ausbildung zu bekommen, wie wir wollten", eröffnete Martin Urban, Vorstandsvorsitzender des KAV Berlin und Vorstand Personal, Soziales und technische Dienstleistungen der BSR, am 17. Oktober die Konferenz "Kulturwandel: Chancen mit mehr Frauen in Ausbildung", zu der die Koalitionsfraktionen von DIE LINKE, SPD und Grünen gemeinsam mit dem KAV Berlin eingeladen haben.

Die Bemühungen der Landesbetriebe in Berlin sind hoch, den Frauenanteil in technischen Ausbildungsberufen zu steigern. Ob dies durch eine Reservierungsquote erreicht werden kann, wurde auf der Konferenz diskutiert. Ein zentrales Ergebnis war: Politik, Betriebe und die Landesregierung haben das gleiche Ziel und wollen den Frauenanteil erhöhen. Gemeinsam werden prakitkable Lösungen gesucht und die Quote mit Leben gefüllt.

Barbara König, Staatssekretärin für Pflege und Gleichstellung, griff dies auf und betonte gleich zu Beginn der Konferenz, dass es nun darum gehe, die Quote mit Leben zu füllen. Dabei müssen auch Themen wie Aufstiegsperspektiven und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf beachtet werden. Dem schloß sich auch Jutta Almendinger, Präsidentin des Wissenschaftszentrums Berlin an. „Die Lösung kann nicht darin bestehen, dass Frauen in ihrer Berufsbiografie zu Männern werden“, führte sie aus. Sie sei für eine geringere Vollzeit-Arbeitszeit. Ein großes Problem sei zudem nach wie vor der Lohnunterschied zwischen den Geschlechtern. In diesem Zusammenhang sei das Entgelttransparenzgesetz von zentraler Bedeutung. Sie bezeichnete sich selbst als „absolute Quotenbefürworterin“ und stehe deshalb auch für eine Reservierungsquote. 

Kerstin Oster, stv. Vorstandsvorsitende im KAV Berlin und Vorständin Personal und Soziales der Berliner Wasserbetriebe, stellte die Maßnahmen zur Förderung der Rekrutierung von weiblichen Auszubildenden bei den Berliner Wasserbetrieben vor. Den Vortrag von Kerstin Oster finden Sie hier.

Einen weiteren Einblick in die Ausbildungspraxis von Landesbetrieben gab der Ausbildungsleiter der BSR, Andreas Zimmermann. Den Vortrag von Andreas Zimmermann finden Sie hier.

Ist die Reservierungsquote rechtlich überhaupt möglich? Antworten darauf gab die Rechtsanwältin Nilüfer Hobuß. Da bisherige Maßnahmen nichts bewirkt haben, ist für sie die Reservierungsquote überfällig, betonte Hobuß. Die Quote stelle auch keinen Verstoß gegen das Gleichbehandlungsgesetz dar, da eine Maßnahme, die bestehende Nachteile für Frauen ausräumt, keineswegs eine Diskriminierung von Männern sei. Den Vortrag von Nilüfer Hobuß finden Sie hier.