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Im Mittelpunkt steht der Mensch

1988 sangen die Toten Hosen „in einer Welt, in der man nur noch lebt, damit man täglich roboten geht.“ Aber dass dem im neuen Jahrtausend nicht so ist und Menschen nicht roboten, sondern gerne arbeiten gehen sollen, zeigte die zweite Veranstaltung von „Die Öffentlichen Arbeitgeber 4.0“ zum Thema Personalarbeit am 22. Juni bei der BSR. Nicht Roboter oder Algorithmen sollten bei der Personalarbeit im digitalen Zeitalter im Mittelpunkt stehen, sondern der Mensch, war das allgemeine Credo während der Veranstaltung und bei der anschließenden Umfrage.

Gastgeber, KAV-Vorstandsvorsitzender und Vorstand Personal, Service und technische Dienstleistungen, Martin Urban begrüßte die Teilnehmer im historischen Gebäude der BSR an der Ringbahnstraße. Im ehemaligen Pferdestall der BSR erinnert nur noch das Gewölbe an ehemalige Zeiten. Die BSR ist ein modernes Unternehmen, das sich frühzeitig auf den digitalen Wandel in der Arbeitswelt eingestellt hat. Das zeigte auch der erste Praxisbeitrag von Peter Thaben und Manuela Cristo.

Nachhaltig fit - Wissenstransfer bei der BSR

Die Abteilungsleiterin Kundenbetreuung der BSR, Manuela Cristo, betonte, dass Wissen im Unternehmen bewahren kein Kinderspiel ist. Unter der Federführung ihres ehemaligen Kollegen Peter Thaben haben beide Video-Interviews mit Kollegen geführt, die in das firmeninterne WIKI integriert sind. „Wir haben BSR Zeitzeugen zur Geschichte der BSR und zu ihren Arbeitsplätzen interviewt, die Videos in Eigenregie geschnitten und zusammengestellt,“ erklärt Peter Thaben den Entstehungsprozess. BSR-Mitarbeiter haben so die Möglichkeit, auf eigene Faust etwas im Intranet über die BSR-Geschichte, die Handlungsfelder sowie Arbeitsbereiche zu erfahren. Alle Videos sind nach Themen sortierbar. Der Zugriff ist hoch, dabei nutzen vor allem neue Mitarbeiter der BSR die Videos, weiß Peter Thaben: „Viele junge Kollegen sehen sich die Videos an, um zu sehen, was so los ist.“

Kompetenzen für die digitale Welt

„Digitalkompetenz wird in allen Branchen zur Kernkompetenz und deshalb spielt Weiterbildung im digitalen Zeitalter eine große Rolle,“ erklärte Juliane Petrich, Leiterin Bildung beim bitkom. Aktuelle bitkom-Umfragen belegen, dass viele Unternehmen auf Weiterbildung in Digitalkompetenzen verzichten. Sie riet Arbeitgebern, eine Weiterbildungsstrategie zu entwickeln, denn „Strategie ist Key“. Dabei sollte die Weiterbildung als Kernthema in der Unternehmensstrategie aufgenommen, alle Akteure frühzeitig eingebunden und ein systematisches und nachhaltiges Kompetenzmanagement etabliert werden. Wichtig ist auch das Lernen mit digitalen Medien. Hierfür müssten Arbeitgeber Schlüsselkompetenzen fördern, Wissen teilen und Netzwerke nutzen. Der bitkom intensiviert seine Zusammenarbeit mit öffentlichen Dienstleistern. Im November organisiert der bitkom beispielsweise eine smart city convention mit dem Titel „Digitize Public Services“ in Berlin. 

„Mensch ist und bleibt im Mittelpunkt“

Doreen Molnar vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) stellte zu Beginn ihres Vortrages fest: „die großen Herausforderungen für Arbeitgeber entstehen auch in Zukunft dort, wo es um Personalfragen geht.“ Die Antwort des BMAS auf Personalfragen sind zahlreiche Angebote und Beratungsmöglichkeiten der Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA). Diese Angebote unterstützen dabei, die Qualität der Arbeit zu verbessern, Chancen der Digitalisierung zu nutzen, den demografischen Wandel zu bewältigen und ein weiterer Vorteil ist, dass die Angebote sozial-partnerschaftlich getragen sind. Lutz Stratmann Minister a.D., Geschäftsführer Demografieagentur für die Wirtschaft GmbH, stellte ein zentrales Element, das Audit „Zukunftsfähige Unternehmenskultur“ vor. Der „Mensch ist und bleibt im Mittelpunkt“. Deshalb sei es wichtig, dass Arbeitgeber und Arbeitnehmer an einem Strang ziehen. Die Unternehmenskultur ist hier ein zentraler Aspekt.  

Austausch 4.0

In drei Denkecken tauschten sich die Teilnehmer zu den Themen „Digitale Führung“, „Recruitierung von Millennials“ und „Qualifizierung“ aus.

Millennials wollen anders angesprochen und abgeholt werden, darin waren sich die Teilnehmer einig. Diskutiert wurde, welche Instrumente Arbeitgebern dabei zur Verfügung stehen. Z. B.: Was ist von One-Klick-Bewerbungen zu halten?

Die Arbeitswelt 4.0: Neue Freiheit und neue Herausforderung - auch für Führungskräfte. Debattiert wurde die Frage, was digitale Führung ausmacht. Geht es um operative Steuerung, Mitarbeiterführung oder Führung auf Distanz?

Qualifizierung wird mit der Digitalisierung der Arbeitswelt immer wichtiger, lautete das Fazit der Denkecke zum Thema Weiterbildung. Um Defizite oder den Bedarf an Weiterbildung zu erkennen, sind Mitarbeitergespräche das richtige Mittel der Wahl.

Persönliche Kommunikation bewahren

In der Abschlussdiskussion wurde auch wieder die zentrale Aussage der Veranstaltung deutlich: Der Mensch und damit die persönliche Kommunikation zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer sind auch im digitalen Zeitalter wichtig. „Erfolgreich ist am Ende nur das Team“, sagte Lutz Stratmann. Digitalisierung ist ein gesamtgesellschaftliches Problem, für das Zeit und Ressourcen in die Hand genommen werden müsse, bekräftigte Manuela Cristo. Doreen Molnar ermunterte Arbeitgeber Formate zu schaffen, um Mitarbeiter zu motivieren. Denn „im Mittelpunkt steht der Mensch“ bekräftigte KAV Geschäftsführerin Claudia Pfeiffer zum Abschluss.

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