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Studierenden ist Gehaltserhöhung von über zehn Prozent nicht genug

Berlin, 20. Juni 2017. Die Verhandlungen für die KAV-Mitglieder der Berliner Hochschulen mit den Gewerkschaften ver.di und GEW über den bundesweit einzigen Tarifvertrag für studentische Hilfskräfte stocken. „Die Studierenden lehnen das Arbeitgeberangebot mit einer Gehaltserhöhung von über zehn Prozent und einem weiteren Urlaubstag ab“, fasst die Verhandlungsführerin und KAV-Geschäftsführerin Claudia Pfeiffer den Verhandlungsstand zusammen.

Der TV Stud regelt die Arbeitsbedingungen von studentischen Hilfskräften, die an den Berliner Hochschulen beschäftigt sind. „Nirgendwo sonst in Deutschland haben studentische Hilfskräfte einen eigenen Tarifvertrag. Die Berliner Hochschulen zeigen hiermit als Arbeitgeber Verlässlichkeit und gleichzeitig ihre hohe Anerkennung für die Arbeit der studentischen Hilfskräfte“, so Claudia Pfeiffer. Studentische Hilfskräfte unterstützen die Hochschulen während des Studiums mit ihrer Arbeit. Sie leiten Tutorien, leisten Recherchearbeiten, helfen bei der organisatorischen und technischen Vorbereitung und Durchführung des Lehr- und Forschungsbetriebes, sammeln und dokumentieren Forschungsergebnisse und unterstützen Verwaltungstätigkeiten.

Das Arbeitgeberangebot folgt bei der Vergütung dem Abschluss des Landes Berlin (12,13 Euro) und sieht einen weiteren Urlaubstag vor. Insgesamt hat das Arbeitgeberangebot bestehend aus der Gehaltserhöhung und einem Tag mehr Urlaub damit ein Volumen von rund elf Prozent. Claudia Pfeiffer: „Ein Stundenlohn von 12,13 Euro kann sich durchaus sehen lassen. Vor allem, wenn man in Betracht zieht, dass ungelernte Arbeitskräfte wie beispielsweise Altenpflegehelfer einen Stundenlohn von 10,20 Euro bekommen oder das Bodenpersonal bei der Abfertigung an Flughäfen 9,02 Euro pro Stunde verdient.“ Gefordert haben die Gewerkschaften eine nicht in die Landschaft passende Erhöhung von 36 Prozent.

Immer wieder werden die hohen Forderungen der studentischen Hilfskräfte mit einem Gehaltsstillstand von 16 Jahren begründet. „Hier stellen wir richtig, dass bis 2011 ein anderer Arbeitgeberverband verantwortlich war, der stets Verhandlungen abgelehnt hat. Gemeinsam mit den Hochschulen hat der KAV Berlin 2011 dann Verhandlungen mit den Gewerkschaften GEW und ver.di aufgenommen und Angebote zur Gehaltssteigerung gemacht. Die Gewerkschaften haben diese Verhandlungen jedoch nicht fortgeführt“, erklärt die Verhandlungsführerin.

Und weiter: "Wir appellieren an die Gewerkschaften, realistisch zu bleiben und auf der Grundlage des aktuellen Angebotes weiter zu verhandeln."